unsere Hunde

Billy:

Billy haben wir über den Tierschutzverein  » Zwerge-in-not « im Internet gefunden. Eigentlich war ich auf der Suche nach einem größeren Hund, aber wir haben uns sofort in sein Bild und seinen Blick verliebt. Er lebte zu dem Zeitpunkt (August 2005) bereits 3 Monate in einer Pflegestelle in Berlin.

Zwerge in Not fährt hin und wieder ein polnisches Tierheim an, um Sachspenden dort abzuliefern und Hunde mit nach Deutschland zu nehmen, für die die Vermittlungschancen hier gut stehen. Es werden natürlich auch mal größere Hunde vermittelt, aber in der Regel hat sich dieser Verein auf die Vermittlung von kleineren Hunden spezialisiert, da diese in den deutschen Tierheimen selten zu finden sind.

Auf einer dieser Touren in das polnische Tierheim wurde Billy entdeckt. Wir gehen davon aus, dass er ein Pinscher-Mix ist. Ihm fehlt eine Ohrspitze, die höchst wahrscheinlich abgebissen wurde und er hatte eine Bisswunde am Hals.
Er war das Mobbingopfer der anderen Hunde. Der Verein entschied sich, Billy mit nach Deutschland zu nehmen und gesund zu pflegen.

Nachdem wir ihn nun auf der Internetseite entdeckt hatten, fuhren wir kurzerhand nach Berlin um ihn und das Pflegefrauchen zu treffen. Wir verliebten uns sofort in ihn und drei Wochen später zog er dann zu uns nach Hamburg. Er ist nun seit September 2005 bei uns. Sein Alter ist etwas ungewiss, drei Tierärzte konnten es nicht genau sagen, da seine Zähne nicht die besten waren. Zwischenzeitlich hat er in der Front nur noch einen Schneidezahn. Wir gingen nun alle in 2005 von ca. 5 Jahren aus.

Er hat einen tollen Charakter. Anfangs war er sehr unsicher und ängstlich. Er machte den Eindruck, mir alles Recht machen zu wollen, hat sich nichts getraut, war eher scheu und wich mir nicht von der Seite. Er kannte es auch nicht zu spielen oder er traute sich einfach nicht. Er hört fast aufs Wort, läuft nie weg, verlässt nie das Grundstück und ist so genügsam. Es war toll zu sehen, wie er sich entwickelte, Vertrauen aufbaute und selbstbewusster wurde. Inzwischen tobt er durch den Garten, spielt und imponiert anderen Hunden. Es macht uns jeden Tag glücklich, diesen zufriedenen Hund zu sehen. Um auf seine Körperhöhe von stattlichen 30cm zurück zu kommen… Es gibt einen sehr schönen Spruch.

“Wenn Gott einen Hund misst, misst er sein Herz und nicht seinen Kopf”

Erna:

Unsere Erna kam ziemlich unerwartet und ungeplant zu uns. Im September 2006 hatte ich mir vorgenommen, bald als Pflegestelle für den o. g. Tierschutzverein zu fungieren. Dann kam ein Anruf, dass eine Dame ihre 8 Monate alte Pinscherhündin loswerden möchte. Sie hatte festgestellt, nachdem diese 3 Monate bei ihr war, dass auch ein kleiner Hund, auch wenn er noch so süß aussieht, doch mehr Arbeit und Nerven kosten kann, als sie angenommen hat. Erna hieß bei der Dame noch Chiara und wurde als “Rassehund” über die Zeitung gekauft und ihr aus dem Auto heraus gegen Barzahlung (natürlich ungeimpft) übergeben. Als Grund warum sie sie nun loswerden wollte wurde genannt, ihr Sohn kümmere sich nicht so um den Hund wie vereinbart. Sie wäre stubenrein, leinenführig und problemlos. Wir vereinbarten die Übergabe auf einem Parkplatz und die Maus sollte bis zu ihrer Vermittlung bei uns bleiben und über den Tierschutzverein vermittelt werden. Es stellte sich ziemlich schnell heraus, dass sie ein wahrer Wirbelwind ist, inzwischen in der Pubertätsphase, völlig unterfordert und gestresst. Sie pieschte alle 2 Stunden, kläffte wie verrückt bei jeder Kleinigkeit, sprang an jedem Menschen hoch, alles total unkontrolliert. Sie zerstörte auch alles, was ihr in den Fang kam. Uns wurde schnell klar, dass dieser Hund kaum allein in einer Mietwohnung gehalten werden kann und viel mehr gefordert werden muss, als unser ruhiger Geselle Billy.

Da Erna frech und aufgeweckt wie eine “Piedl Erna” war, bekam sie diesen Namen. Sie wurde aufgrund ihres Pieschverhaltens unzählige Male ärztlich untersucht, um Störungen an den Nieren, der Schilddrüse oder sonstigen Dingen ausschließen zu können. Kein Arzt hat eine Ursache für dieses Verhalten gefunden. Mit der Zeit legte sich ihr gestresstes Verhalten. Ich übte mit ihr Grundkommandos, die sie ganz fix umsetzte und es stelle sich schnell heraus, wie gelehrig sie ist. Sie benötigte wesentlich mehr Ablenkung, Spielzeuge und Kaubeschäftigung als Billy. Mit der Zeit wurde Erna immer entspannter. Durch aufgezeigte Konsequenzen und Managementlösungen, änderte sich ihr Verhalten zum positiven. Durch genug Ablenkung, wie z. B. mit einem Kong, legte sich auch die Zerstörung aus Langeweile. Ca 2 Monate nach ihrem Einzug und einem Besuch von Interessenten entschieden wir uns, sie bei uns zu behalten. Sie ist nun seit September 2006 bei uns und es war ein harter, anstrengender, nervenaufreibender und kostspieliger Weg. Ich musste mich auf diesem Weg mit vielen Dingen beschäftigen, dies hatte dann auch sein Gutes, denn so habe ich auch viel gelernt. Heute möchten wir sie nicht mehr missen. Sie ist nach wie vor ein Wirbelwind, ein junger Hund mit Macken, (o. k., der vielleicht einmal mehr bellt 😉 ) aber hat die nicht jeder von uns?!

Wir sollten nicht vergessen, dass jeder Hund ein Individuum mit eigenen Charakterzügen ist und das ist es doch, was sie so liebenswert macht.